Meine Interpretation von Ethnotopia beinhaltet zwei kontrastierende Elemente und Wirkungen von Bekleidungsformen.
Zum einen die Überspitzung eines typischen Trends unserer westlichen, technisierten Konsumgesellschaft : der Trend zum Individualismus. Der Wunsch nach Einzigartigkeit,..., zunehmende Selbstbezogenheit als Schutz vor einer immer turbulenteren, nicht mehr greifbaren Umwelt. Ein Fast-ganz-Körperanzug mit helmartiger Kopfbedeckung steht für die mögliche Alltagskleidung dieser Zukunft. Individualisiert und ironisiert durch die Verwendung des traditionellen/symbolträchtigen peruanischen Webstoffes, (der in seiner Heimat grundsätzlich nicht körpernah verarbeitet wird) und dessen extreme Farbigkeit. Kontrastierend dazu der voluminöse Umhang, inspiriert von zwei urtypischen Bekleidungsstücken der Peruaner : ein Mix aus Poncho (variabel einsetzbar in allen Höhen- und Lebenslagen) und Rock (mehrlagig wie er von den Frauen getragen wird). Die sieben Schichten des Umhangs in den Farben des Regenbogens ( besonders bedeutungsvolles Symbol der peruanischen Kultur) verleihen dem Träger einen pfauenhaft stolzen Anblick und versinnbildlichen doch zugleich traditionelle Werte.
Diese Elemente von zwei (noch?) völlig unterschiedlich gelebten Kulturen sind gedanklich so unvorstellbar - utopisch! - zu vereinbaren, dass gestalterisch ein etwas humorvolles, burlesk anmutendes Gesamtbild entsteht.